Vitamin B1: Thiamin

Vitamin B1

Was Vitamin B1 kann

Wie alle B-Vitamine ist es in vielen Stoffwechselabläufen aktiv. Vor allem ist Vitamin B1 bei der Energiegewinnung aus Kohlenstoff und für die Nervenfunktion von besonderer Bedeutung. Nur wenn genug Vitamin B1 vorhanden ist, funktioniert die Synthese der Botenstoffe Acetylcholin (wichtig für ein gutes Gedächtnis) und Serotonin (wichtig für innere Ruhe und Zufriedenheit).

 

Alkoholkonsum und Vitamin B1

Wenn Sie viel Alkohol getrunken haben, sinkt Ihr Vitamin-B1-Spiegel rapide ab. Irgendwann fangen Sie an zu torkeln, da dieses Vitamin dann nicht mehr für die Nervenübertragung zur Verfügung steht. Außerdem funktioniert ohne Vitamin B1 Ihr Gedächtnis nicht richtig. Deshalb können wir uns meistens auch nicht mehr an alle Details erinnern, die zu einem „Absturz“ geführt haben.

 

Kohlenhydrate fressen B1

Der Bedarf an Vitamin B1 ist auch abhängig von Ihren Ernährungsgewohnheiten. Wenn Sie mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen, brauchen Sie mehr Vitamin B1, da das Vitamin im Stoffwechsel von Kohlenhydraten eine wichtige Rolle spielt. Allerdings wird bei einer hohen Zufuhr an Proteinen und Fetten weniger Vitamin B1 benötigt. Das steht dann wiederrum Ihrem Gedächtnis und Ihren Nerven zur Verfügung.

 

Mit Knoblauch kann die Vitamin-B1-Aufnahme gesteigert werden

Die Aufnahme von Vitamin B1 kann erhöht werden, wenn ein Inhaltsstoff von Knoblauch (Allicin) im Darm vorhanden ist. Allicin reagiert mit dem wasserlöslichen Vitamin B1 zu einem fettlöslichen Stoff. Zellmembranen bestehen zum Großteil aus Fetten. Somit kann dieses neu gebildete Molekül durch die Darmwand direkt in die Blutbahn gelangen. Also: Knoblauch essen, um den Vitamin-B1-Spiegel zu erhöhen.

 

Mangel in den Industrienationen häufig

Vitamin B1 kommt zwar in niedrigen Konzentrationen in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor, aber ein Mangel ist wegen unserer schlechten Ernährungsgewohnheiten häufig. Gerbstoffe in Kaffee und Schwarztee zerstören Vitamin B1. Regelmäßig Kaffeetrinken erhöht also das Risiko für einen Vitamin-B1-Mangel.

Auch ein hoher Alkoholkonsum führt zu einem Vitamin-B1-Mangel, da er die Magen-Darm-Schleimhaut schädigt. Somit kann Vitamin B1 nicht mehr richtig durch die Darmwand in die Blutbahn transportiert werden. Außerdem wird der Stoffwechsel des Vitamin B1 durch ein Abbauprodukt des Alkohols geschädigt. Die Folgen sind: Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Reizbarkeit bis hin zu Aggressivität.

Bei einem sehr starken Vitamin-B1-Mangel kommt es sogar zu Beriberi, die in den 1920er-Jahren zur Entdeckung des Vitamins geführt hatte. Bei Alkoholikern tritt diese Krankheit heute aber immer noch auf.

 

Was passiert bei einer Überdosierung von Vitamin B1?

Da Vitamin B1 wasserlöslich ist, ist eine Überdosierung nicht möglich. Mengen, die der Körper nicht mehr aufnehmen kann, werden problemlos wieder ausgeschieden. In der Medizin arbeitet man gelegentlich mit hohen Vitamin-B1-Dosen, um die pharmakologische Wirkung des Thiamins zu nutzen: die Schmerzlinderung.

Allerdings reagieren einige Personen nach einer Vitamin-B1-Infusion in sehr hohen Dosen mit Kopfschmerzen, Schwäche, Lähmungen, Herzrhythmusstörungen oder allergischen Reaktionen.

 

Bei einem Vitamin-B-Mangel an einen Vitamin-B-Komplex denken

Falls Sie einen Vitamin-B-Mangel haben, sollten Sie sich ein Vitamin-B-Komplex zulegen. Die B-Vitamine arbeiten eng miteinander und unterstützen sich in Ihrer Wirkung gegenseitig. Mehr Informationen dazu finden Sie bei uns in diesem Beitrag hier.